Marine Geophysik und Hydroakustik

Unterseeischer Vulkan bei den Kanarischen Inseln

Zusammenfassung

M146 - Hesse HEnry Seamount Seepage Exploration

 

Ziel der Ex­pe­di­ti­on M146 HES­SE (HEn­ry Se­a­m­ount See­page Ex­plo­ra­ti­on) ist der Hen­ry Se­a­m­ount, ein 126 Mil­lio­nen Jah­re al­ter, er­lo­sche­ner Vul­kan süd­öst­lich der Ka­na­ren­in­sel El Hier­ro in 3.600 Me­ter Was­ser­tie­fe. Hier wur­den bei ei­ner frü­he­ren ME­TE­OR-Aus­fahrt Pro­ben von Mu­schel­scha­len mehr und Ge­stei­nen ge­won­nen, die auf kal­te Quel­len hin­deu­ten. Die­se ent­ste­hen durch Zir­ku­la­ti­on von Meer­was­ser, ein glo­bal wich­ti­ger Pro­zess für die Ab­küh­lung und che­mi­sche Ver­än­de­rung der Oze­an­krus­te so­wie für ma­ri­ne Öko­sys­te­me. Eine sol­che Zir­ku­la­ti­on, auch "hydro­ther­ma­les Si­phon" ge­nannt, gibt es ver­mut­lich an Tau­sen­den von Se­a­m­ounts auf dem Bo­den der Welt­mee­re, doch sind bis­lang nur we­ni­ge Fäl­le be­kannt. Die ver­mu­te­ten Quel­len am Hen­ry Se­a­m­ount wol­len die For­sche­rin­nen und For­scher mit Hil­fe von de­tail­lier­ten Kar­tie­run­gen und seis­mi­schen Un­ter­su­chun­gen des Mee­res­bo­dens so­wie mit Wär­me­strom-Mes­sun­gen ent­de­cken und an­schlie­ßend be­pro­ben. Bei der Kar­tie­rung kommt das au­to­no­me Un­ter­was­ser­fahr­zeug (AUV) MARUM SEAL-5000 zum Ein­satz. Ein­zel­ne Be­rei­che des Se­a­m­ounts wer­den mit ei­nem TV-Schlit­ten un­ter­sucht.

Gruppenbild

Fahrtteilnehmer mit Passirschein für die Äquatorüberquerung vor dem Sparker.

Die Ex­pe­di­ti­on en­dete am 16. April 2018 im Ha­fen von Las Pal­mas de Gran Ca­na­ria. Ne­ben dem Fach­be­reich Geo­wis­sen­schaf­ten und dem MARUM an der Uni­ver­si­tät Bre­men sind das In­sti­tut für Geo­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Kiel so­wie ein Kol­le­ge des Spa­ni­schen Ozea­no­gra­phi­schen In­sti­tu­tes aus Te­ne­rif­fa an der Aus­fahrt be­tei­ligt.

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Reflexionsseismik

Mit Hilfe der Reflexionsseismik der AG Marine Geophysik und Hydroakustik sollten Strukturen im Untergrund abgebildet werden, die den Aufbau und mögliche Fluidwege dokumentieren. Die Daten bilden die Grundlage unter anderem für die Wärmestrommessungen, die am Fusse des Henry Seamountes durchgeführt wurden.

Seismik

Seismisches Profil mit einer Sparkerquelle aufgezeichnet.

Die Abbildung zeigt ein Beispiel einer seismischen Profillinie im Arbeitsgebiet. Im NE sind Seitenreflektionen vom Henry Seamount zu erkennen. Aufgrund seiner starken Topografie können detaillierte innere Strukturen nicht aufgelöst werden. Eine weitere vulkanische Struktur befindet sich einige Kilometer SW vom Henry Seamount. Der Meeresboden zwischen diesen Strukturen zeigt sehr gut stratifizierte Sedimente mit unterschiedlichen Amplituden sowie Blanking Zonen, die auf mögliche Fluidewege in diesem Gebiet hindeuten.

 

Kunst auf hoher See

An Bord der Meteor auf der Reise M146 befand sich eine junge Kunststudentin, die mit Hilfe von Zeichnung, Film- und Tonaufnahmen, die Verbindung Mensch und See als Thema hatte und dies künstlerisch umsetze.

Kunst auf See

Daria beobachte alle Bereiche auf dem Schiff mit ihren künstlerischen Augen und gestaltete Abbildungen, die wir zum Beispiel mit dem Parasound System aufzeichneten auf ihre Weise um. Sie führte z.B. ein Interview mit dem Meer bei dem sie Fragen der Besatzung und der Wissenschaftlern stellte. Ein Höhepunkt ihrer Arbeit war, dass sie ihr Kleid dem Meer zum Anziehen gab und so eine Verbindung herstellen wollte.

Daria

Daria Nazarenko, eine Stu­den­tin der Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schu­le Hal­le wird die Aus­fahrt mit ei­nem künst­le­ri­schen Pro­jekt be­glei­ten.

Ansprechpartner: Sebastian Krastel

Fahrtteilnehmer (Reflexionsseismik):

  • Rachel Barret
  • Phillip Held
  • Katja Lindhorst
  • Kai-Frederik Lenz
  • Heiko Jähmlich